Autor: Dr. Klaus Friedhelm Mueller
Zustand
Durch den Ausbau der Schnellstraße Sinn-Herborn und der A45 wurde der natürliche Austausch (Flora/Fauna) von der Hörre zum Westerwald durch das Dilltal nachhaltig unterbrochen. Trockenlegung von Quellgebieten und Kanalisierung von Bachläufen durch die Ortsweiterung taten ihr Übriges.
Lösungsversuche auf privater Ebene
Rückführung von abgeleitetem Grundwasser über Pumpensysteme ermöglichen die Wasserversorgung von Park, Teich und 5 kleineren Feuchtbiotopen. Damit wird dem zunehmenden Wassermangel bei sommerlicher Trockenheit entgegengewirkt. Für die Tierwelt stellen sie die einzig gefahrlos erreichbaren Wasserquellen im Bereich des Parks und der angrenzenden Hörre dar. Besonders Amphibien sind auf die Laichgebiete im Frühjahr/Sommer angewiesen. Das Gleiche gilt für die Vielfalt von Insekten wie Hirschkäfer, Libellen etc., die einen besonderen Schutz genießen. Erwähnenswert sind die teileweise über 130 Jahre alten Parkbäume, die mit rauer Borke versehen, Lebensgrundlage für viele Vögel z. B. Spechte darstellen.
Das Parkgelände bietet 2 Fledermausarten, die auf der RotenListe stehen, ein geschütztes Refugium. Dr. Carl Koch (1827–1882), ein Verwandter der Familie Haas,hielt als Erster bei der Senckenberg-Gesellschaft in Frankfurt am Main einenVortrag über Fledermäuse in Hessen-Nassau.
Interaktion mit dem Lahn-Dill-Bergpark
Viele Pflanzen, die zur Zeit von Daniel der Leers in der Hörre noch nicht vorkamen, haben sich mittlerweile über den Park hinaus verbreitet. Dazu gehören zum Beispiel 2 Arten von Alpenveilchen, Christrosen, Mahonien sowie die Sibirische Scilla, Bärlauch sowie Ess- und Rosskastanien.
Perspektiven
Die EU hat die Hörre als Vogelschutzgebiet ausgewiesen (leider in Deutschland noch nicht ratifiziert!) Der Vorschlag des NABUs den alten Laubwald der Hörre mit seinem Vogelparadies zu erhalten verdient Unterstützung.
